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Betriebliche Gesundheitsförderung 4.0 - Gesundheitsentwicklung als Katalysator für agiles Arbeiten

Mit dem Begriff der „Betrieblichen Gesundheitsförderung“ werden meist Angebote für Ernährung, Bewegung und Entspannung assoziiert. Obstkörbe, Fitnessgutscheine und Stressmanagement-Workshops wirken wohltuend auf jene, die sie nutzen. Auch machen solche Angebote einen Arbeitgeber für viele BewerberInnen attraktiver. Im Alltag kommen Maßnahmen wie diese jedoch häufig dem „Tropfen auf den heißen Stein“ gleich. Wenn weiterhin Überstunden gemacht werden müssen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Reibungsverlusten geprägt ist, Veränderungen nicht transparent gemacht werden, oder die Arbeitsumgebung überhaupt nicht den jeweiligen Bedürfnissen entspricht, dann sind geförderte Kompensationsversuche der Mitarbeiter, also die klassische Verhaltensprävention, nicht das Mittel der Wahl. Diese sind meist mit zusätzlichem Aufwand für den Einzelnen verbunden und können sich daher sogar kontraproduktiv auswirken. 

Gesetzliche Vorschriften – Was steht drin?

Die Gesetzgebung hat freilich bereits reagiert und die Verhältnisprävention in Form der Evaluation psychischer Belastungen seit 2013 verbindlich vorgeschrieben. Arbeitsbedingungen sind so zu gestalten, dass „eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird“ (§ 4 Nr. 1 ArbSchG). Wenn trotzdem psychisch bedingte Beeinträchtigungen im Unternehmen auftreten, ist es wichtig, dass der Arbeitgeber seine „Hausaufgaben“ gemacht hat, also eine systematische Ermittlung und Reduzierung von Stressquellen und Ursachen für psychische Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt hat. Andernfalls kann er sogar strafrechtlich belangt werden.

„So weit, so gut!“, mag man denken. Wenn es jedoch nicht nur um die Erfüllung gesetzlicher Pflichten geht, sondern mit Gesundheitsförderung tatsächlich etwas bewirkt werden soll, braucht es mehr als nur ein Excel-Protokoll und zwei Team-Workshops pro Jahr. 

Die versteckten Potenziale effektiver Gesundheitsprävention – Was ist drin?

Schon vor 2013 haben Unternehmer erkannt, dass Faktoren, welche die Gesundheit der Mitarbeiter positiv beeinflussen, sich auf vielen Ebenen im Unternehmen auswirken. Arbeitsbedingungen gesundheitsfördernd zu gestalten, erhöht zugleich die Produktivität der Mitarbeiter. Energiekiller, wie Kommunikationsbarrieren, unklare Ziele, „Doppelgleisigkeiten“, ungleich verteilte Arbeitsmengen, unbefriedigende Mitarbeitergespräche oder sinnlose Meetings – sie machen den Einzelnen krank und verhindern, dass sich das vorhandene Potenzial in Team und Unternehmen entfalten kann. Die Energiequellen der Mitarbeiter zu kennen, auszubauen und zu nutzen, zahlt sich ebenfalls mehrfach aus. Wenn Mitarbeiter ihre Kompetenzen voll einbringen können, Erfolge feiern, ihrer Arbeit einen Sinn geben, mitdenken und mitgestalten und Verantwortung übernehmen, dann macht auch das Unternehmen Sprünge.

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Foto von Freepik 

Deutlich sichtbare Effekte der Gesundheitsförderung treten auf, indem Krankenstände, Fehlzeiten und Fluktuation zurückgehen. Die eher weichen Auswirkungen zeigen sich in dem Engagement der Mitarbeiter, deren Effizienz und Kreativität. Dies sind allesamt „Human Factors“, welche für die Qualität, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens in den meisten Branchen ausschlaggebend sind.

Innovative Werkzeuge für selbstgesteuerte Gesundheitsentwicklung

Dass die Disziplin der betrieblichen Gesundheitsförderung bisher keine schillernden Instrumente hervorgebracht hat, die Mitarbeiter faszinieren und ein Unternehmen wirklich „rocken“, hängt sicherlich auch damit zusammen, dass sich im Betrieb keiner dem Thema so recht widmen möchte - oder kann. Weil Körper und Psyche im Arbeitskontext Tabuthemen sind oder schlicht die nötigen Kompetenzen im Betrieb fehlen. Als wir damit begonnen haben, gesundheitsrelevante  Tools zu entwickeln, waren diese Aspekte für uns handlungsleitend.

Konkret sollten gute Werkzeuge.... 

  • Die Synergie-Effekte von Gesundheit und Produktivität im Arbeitsalltag nutzen können,
  • Üppige Befragungen, trockene Interviews oder halbherzige Workshops überflüssig machen und stattdessen
  • Führungskräften leichtgängige Methoden bieten, die trotzdem Tiefgang erzeugen,
  • Kompetenzentwicklung und Verantwortung von MitarbeiterInnen für deren Arbeitsplatzgestaltung und Gesundheitsentwicklung fördern,
  • Führungskräften das nötige Know-how „on demand“ an die Hand geben, um Mitarbeiter gesund führen zu können,
  • Hürden in Bezug auf die Beschäftigung mit Psyche und Körper im beruflichen Kontext abbauen, da sich hier wesentliche Potenziale des Unternehmens verstecken.

 Genius Health – Gesundheitsentwicklung als betriebliche Schlüsselkompetenz

Gesundheitsförderung sollte mehr sein, als nur Verhaltens- oder Verhältnisprävention. Gerade in agilen Arbeitswelten sind das Management der eigenen Gesundheit und Produktivität sowie die Pflege der eigenen Ressourcen wichtige Kernkompetenzen geworden, um spontan und langfristig gute Leistungen erbringen zu können. Nicht umsonst haben Konzepte wie das der Resilienz oder der Achtsamkeit in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit in der Arbeitswelt erfahren.

Die voranschreitende Digitalisierung bringt nicht nur Erleichterungen, sondern ist zugleich mit neuen Belastungen verbunden: eine ständige Erreichbarkeit auch jenseits der Arbeitszeiten, Unterbrechungen des Arbeitsflusses durch Emails und andere Medien, die wachsende Informationsflut und eine Beschleunigung des Arbeitsalltags. Hier sind Mitarbeiter wie Führungskräfte gefragt, gemeinsam die nötigen Spielregeln und Kompetenzen zu entwickeln, Grenzen auszuloten und abzustecken, damit niemand aus der Bahn geworfen wird und in der Erschöpfung landet. 

Gesund, produktiv, agil – Unternehmenserfolg von innen nach außen entwickeln

Gleichzeitig wird der Ruf nach Agilität lauter: agile Methoden, agiles Management, agile Führung sind nötig, um Stakeholder-Interessen optimal zu bedienen,  und mit Komplexität und Wandel umzugehen. Wahre Agilität ist jedoch nur zu erreichen,  wenn auch die eigenen Bedürfnisse und die eigene Lebensqualität erfolgreich gemanagt werden. Je gesünder und produktiver der Einzelne, das Team und die Organisation sind, desto agiler kann gearbeitet werden.

Um in Bezug auf die Gesundheitsentwicklung im Betrieb wirklich etwas zu bewegen, braucht es Tools, mit denen die nötigen Prozesse und Kompetenzen im Unternehmen erkannt und etabliert werden können. Dabei spielen sowohl individuelle als auch organisationale Entwicklungen und wie sie unterstützt werden können gleichermaßen eine Rolle. Die Art und Weise, WIE gearbeitet wird, rückt unmittelbar in den Fokus. Die Bedürfnisse und das Erleben der Mitarbeiter werden in die Weiterentwicklung integriert. Genau hier stecken bisher ungenutzte Potenziale, die im Unternehmen ganz automatisch von innen nach außen wirken.                                     

Lesen Sie demnächst unseren Folgeartikel: „Was bedeutet Gesundheitskompetenz im Unternehmen? - Auswirkungen und Entwicklungschancen"

 




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Nächste Termine: 06.-07.02.2019 // 26.-27.06.2019 // 23.-24.10.2019

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Nächste Termine: 08.02.2019 // 28.06.2019 // 25.10.2019

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